Spenderinnen mit Herz und Kunst
Kiwanis Club Minerva ist Pate der Müllheimer Jugendhilfe
Paten beschenken Kinder. Das gilt auch für die 70 Jugendlichen in der Evangelischen Jugendhilfe Kirschbäumleboden in Müllheim. Sie haben gleich 19 Patinnen, nämlich die Damen des Clubs Kiwanis Minerva Markgräflerland. Dieses Jahr überbrachten sie 5000 Euro.

Der vor neun Jahren gegründete Damenclub übernahm 2002 eine Patenschaft für die Jugendhilfe und unterstützt gezielt das Zirkus-Projekt. Robert Eisele, Direktor des Zirkus Ragazzi in Müllheim, leitet auf Honorarbasis auch eine Gruppe mit Schülern der Jugendhilfe.
Trainiert wird bei der Akrobatik die Fein- und Grobmotorik. Vorführungen vor Publikum helfen den Jugendlichen beim Stressabbau und stärken dabei auch das oft fehlende Selbstvertrauen, erklärte Hans-Martin Blessing, Heimleiter und Geschäftsführer der Jugendhilfe. Leider würden diese wichtigen, spielerischen Therapien immer seltener von der öffentlichen Hand unterstützt. Der Rückhalt aus der Bevölkerung sei daher dringend notwendig, auch weil die Solidarität der Spender mit den Jugendlichen das Selbstwertgefühl der Heranwachsenden und ihr Vertrauen in die Gesellschaft fördere, freute sich Hans-Martin Blessing.
Der Club Minerva konzentriere sein karitatives Engagement auf die Jugendhilfe, betonte Präsidentin Sabine Vordermayer und sagte bei der Scheckübergabe: »Wir machen nicht einfach den Geldbeutel auf, sondern zeigen unseren Patenkindern, was man mit Arbeit erreichen kann.« Das ist zum einen die kreative Arbeit der Künstlerinnen: Elisabeth Niedermeier, Hedwig Monnet und Ling Ing Thia. Sie zeichnen und malen ehrenamtlich Ölbilder, Aquarelle, Kunstkarten. Sogar die Farben und Leinwände werden gestiftet.
Beteiligt am Erlös sind aber alle Minerva-Damen, denn Kunst muss ja verkauft werden. Der Club organisiert jedes Jahr einen mediterranen Pflanzenmarkt, hat Verkaufsstände bei Weihnachtsmärkten und organisiert jeweils ein Event, wie im Vorjahr die Teilnahme beim Freiburger Kunstmarkt. Eingeflossen in den 5000-Euro-Erlös sind auch private Spenden.
Hans-Martin Blessing und sein Stellvertreter Michael Jansen lobten »das Herzblut der Patinnen«. Am Engagement von Minerva hätten sich die Jugendlichen ein Beispiel genommen, freute sich Richard Cicciarella. Er leitet die Heimschule mit 52 Schülerinnen und Schülern und berichtete, dass seine Klassen beim Müllheimer Weihnachtsmarkt am Lindle einen Verkaufsstand zu Gunsten armer Straßenkinder in Brasilien gehabt hätten.
Text und Foto: Sigrid Umiger